JAGD:
GEWALT, TERROR, MORD!
Jedes Jahr wird von Jägern und Jägerinnen allein in der BRD eine Blutspur von ca. 5 Millionen ermordeten nichtmenschlichen Tieren - dem Blut von Tauben, Rehen, Füchsen, Kaninchen, Fasanen, Wildschweinen, ... - gezogen. Diese Anzahl der Jagdopfer beruht auf den Angaben der JägerInnen - ihrer Opferstatistik. Doch in dem "Bodycount" der JägerInnen, der so genannten Jagdstrecke, sind die zahlreichen Individuen, denen durch die Jagd - mitunter tödliche - Verletzungen und Verstümmelungen zugefügt werden (und die die JägerInnen nicht erbeuten konnten), nicht aufgeführt.
Die lodengrüne Gefahr für Tiere, die nicht zur Spezies Mensch gehören, lauert überall: Alle, auch diejenigen, die bei der vorherigen Jagd (körperlich!) unverletzt davongekommen sind, müssen damit rechnen und leben, daß jede ihrer Bewegungen die letzte sein kann. Für diesen Terror sorgen über 300 000 JägerInnen. Ihre Jagdmethoden sind vielfältig und reichen von Hinterlist bis hin zum offenem Terror: "Hochsitze" werden gebaut, um Tieren dort aufzulauern, wo diese den/die JägerIn nicht bemerken können. Bei Treibjagden werden die Tiere in einem bestimmten Wald- und/oder Feldabschnitt durch TreiberInnen unter lautstarkem Gejohle und Geklopfe aufgescheucht und in die Richtung von schussbereit wartenden JägerInnen gehetzt. Doch nicht allein mit dem Gewehr werden die Tiere verfolgt: Fallen werden aufgestellt, Hunde und Frettchen werden benutzt, um Tiere vor den Gewehrlauf zu bekommen, und bei der Beizjagd werden z.B. Falken - die eigens dafür in Gefangenschaft gehalten und abgerichtet werden - eingesetzt, um das Leben nichtmenschlicher Individuen zu beenden.
Wenn JagdgegnerInnen sich vor die Gewehre von JägerInnen stellen oder Mordhinterhalte - verharmlosend Hochsitze genannt - umsägen, dann werden sie seitens der Jagdverbände zu TerroristInnen erklärt. Doch ist es Terror, sich vor Gewehre zu stellen und Leben zu retten?
JägerInnen sind darum bemüht, sich in der Öffentlichkeit ein grünes Image von aufopfernden "Natur- und Tierfreunden" zu geben. Hinter einer Maske aus Naturverbundenheit, Liebe und "edlen Motiven" soll der Schmerz, das Leid, die Trauer und der Tod, den die JägerInnen verursachen - der Terror der Jagd - verborgen werden. So beispielsweise wenn das herzzerreißende Bild von JägerInnen bemüht wird, die sich rührend um Rehe kümmern, sie "hegen und pflegen", sie davor bewahren, im Winter zu verhungern. Abseits der Jägerlatein-Romantik ist diese Szenerie tatsächlich auf eine makabere Weise herzzerreißend: Ein eben noch pochendes Herz eines Individuums wird im nächsten Moment durch den Schuss eines Jägers bzw. einer Jägerin zerschmettert. Das geliebte Wesen liegt in einer Blutlache - eine aneignende (Tier)Liebe.
Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Jagdverbände soll verborgen bleiben, daß JägerInnen vorrangig mörderische Abschussgedanken hegen. Heutzutage bekennen sich immer weniger JägerInnen dazu, dass sie hauptsächlich deshalb nichtmenschliche Tiere umbringen, weil es ihnen Spaß macht. So wird sich z.B. auf einen angeblichen Trieb Beute zu machen berufen, es wird konstatiert, "dass wir alle sterben" würden und dass die Jagd Tradition und deshalb gerechtfertigt sei. Die Jagd ist aber weder etwas (dem Menschen) naturgegebenes, noch ist 'sterben' und 'umgebracht werden' dasselbe, noch sind Gewalttaten durch Tradition gerechtfertigt. Tiere, die eines ihrer fundamentalen Lebensrechte, das Essen, wahrnehmen, werden u.a. als Schädlinge bezeichnet, und ihnen wird der Krieg erklärt. Allein der Begriff 'Schonzeit' ist ein Ausdruck eines permanenten Kriegszustandes gegen die nichtmenschlichen Tiere. Zur Rechtfertigung der Jagd wird heute v.a. auch die ökologische Notwendigkeit der Jagd beschworen. Es wird sich also - abgesehen von der Arroganz der Macht, festzulegen, wer "ökologisch erwünscht" und "unerwünscht" ist - wie in anderen Bereichen der Tierausbeutung, auf einen sog. vernünftigen Grund bezogen, um nichtmenschliche Tiere umbringen zu dürfen. Doch die Rechtfertigung des "vernünftigen Grunds" ist ein Ausdruck der Ideologie, nach der Menschen das Recht hätten, die anderen tierlichen Spezies auszubeuten und umzubringen oder anders gesagt zu (be)nutzen: Speziesismus. Dass JägerInnen die Jagd genießen, ist in der Regel nicht darauf zurückzuführen, dass sie - wie es leider auch von manchen JagdgegnerInnen gesagt wird - geisteskrank sind.
Bei der Jagd geht es um Macht, die Macht, über Leben und Tod zu bestimmen. Es sind nicht "nur" die JägerInnen, die Gewalt mit Genuss verbinden: Die Jagdtrophäe an der Wand, der Löwe im Käfig, das Pferd unterm Hintern und nicht zuletzt das Leichenteil auf dem Teller, etc. . Die Jagd steht nicht abseits einer speziesistischen Normalität, in der nichtmenschliche Tiere als Mittel zum Zweck, als SklavInnen, als Eigentum, als Wesen im Dienste der Menschheit o.ä. angesehen werden, in der sie z.B. als Nahrung, Kleidung, Vergnügungsobjekte betrachtet werden. Sie steht nicht abseits einer Normalität, in der sich Menschen als die Herrenspezies sehen, in der nichtmenschliche Tiere sekündlich die menschliche Macht zu spüren bekommen und Menschen sich u.a. dadurch bestätigen, daß sie die "Herren der Welt" sind.
Jagd ist eine Form - eine Urform - des Speziesismus.
Jagd ist Mord! Sie muß - wie der Speziesismus insgesamt - abgeschafft werden!
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