Hier wird darüber berichtet, wie es Iris im Gefängnis ergeht. Zudem wird darauf hingewiesen, was auf der Website neu ist.
12.04.2005 |
Unter Hintergrund ist nun ein abschließender Bericht von Iris über ihre 30-tägige Haftzeit zu finden. |
15.03.2005 |
Iris ist heute um ca. 5.00 Uhr aus der JVA entlassen worden.
Ein abschließender Bericht von Iris über ihre 30-tägige Haft wird demnächst hier zu finden sein. An dieser Stelle schon mal Dank an all diejenigen, die Iris ihre Solidarität gezeigt haben.
|
03.03.2005 |
Iris hat mittlerweile (seit Montag, den 28.02.2005) die Hälfte ihrer 30-tägigen Haftzeit hinter sich gebracht. Die erste Woche im Gefängnis war für Iris bislang die Schwerste, weil alles für sie doch noch sehr ungewohnt war. Es geht ihr nach wie vor den Umständen entsprechend ganz gut, "auch wenn ich mich so langsam richtig eingesperrt und beengt fühle und es sehr ermüdend finde, jeden Tag nur die gleichen Gesichter, den gleichen Ausblick aus dem Fenster und den gleichen kurzen Abschnitt der Straße zu sehen. Es sollte eineN auch nicht erstaunen, daß hier drin keine gute Stimmung herrscht und alle gereizt sind". Selbstverständlich ist sie froh, wenn sie die 30 Tage endlich hinter sich gebracht hat.
In den ersten Wochen ist es manchmal mit Mitgefangenen zu Gesprächen rund um das Thema Tierrechte gekommen. So ist Iris z.B. an einem Abend von eine paar Leuten eingeladen worden, um zusammen einen Film zu sehen, "aber stattdessen kamen sie auf die Tierbefreiungen zu sprechen, wegen derer ich hier bin, was schnell auf 1000 Fragen zu meiner Motivation für Veganismus hinauslief. So habe ich recht ausführlich darüber "referiert", daß Kühe und Hühner nicht "automatisch" Milch bzw. Eier "geben" u.v.m. Die anderen fanden das wohl auch überraschend, dann auch logisch und einleuchtend (bzw. meine Motivation verständlich), aber (wie üblich) ohne für sich selbst Konsequenzen daraus zu ziehen. Es war in keiner Weise ein anderes Gespräch als mit z.B. meinen KommilitionInnen "draußen" (warum auch?)." D.h. aber nicht, dass alle Gespräche so verlaufen, ein anderes Mal wurde Iris z.B., nachdem sie (auf Nachfrage) erklärt hatte, dass eine Kuh für ihr Kind Milch bildet und das Kind ihr weggenommen wird, regelrecht niedergeschrieen, dass sie "keine Ahnung" hätte, "das sei überhaupt nicht so". Leider ist Iris vereinzelt (von dem was sie mitbekommt) auch das Ziel von Lästereien von anderen Gefangenen geworden, wobei ihr Veganismus bzw. ihr Engagement für Tierrechte da eine willkommene Angriffsfläche bietet. Aber (auch hier): warum sollte es auch im Gefängnis anders sein als "draußen"?
|
01.03.2005 |
An der Solidaritätsdemonstration (am vergangenen Sonntag, den 27.05.2005) unter dem Motto "Tiere sind nicht für uns da - Sie sind kein Eigentum!" haben insgesamt 13 Leute teilgenommen.
Mit Transparenten, Schildern und verschiedenen gerufenen Slogans, wie z.B. "Tiere sind kein Eigentum und keine Waren - Es sind sie die mit dem Leben bezahlen", brachten die DemonstrantInnen zum Ausdruck, dass sie den den nichtmenschlichen Tieren zugewiesenen Status als Eigentum nicht akzeptieren.
Anderthalb Stunden war vor (und höchstwahrscheinlich auch in) dem Gefängnis immer wieder "Tierbefreiungen verhindern Mord!" zu hören. Indem die DemonstrantInnen ihre Opposition zum Speziesismus bekundeten, zeigten sie sich solidarisch mit Iris. Darüber hinaus wurde Iris durch Rufe wie "Iris alle Gute - Respekt vor deinem Mut" für die restliche Zeit in Gefangenschaft "Liebe und Kraft" geschickt.
Auch wenn keine größere Demonstrationsbeteiligung erwartet wurde (die Demonstration war für 10-20 TeilnehmerInnen angemeldet worden), ist es dennoch schade, dass sich nicht mehr Leute durch eine Teilnahme an der Demo solidarisch zeigen wollten.
Gestern und am Sonntag hat der regionale Radiosender 'Radio Emscher Lippe' mehrmals über die Solidaritätsdemonstration berichtet bzw. auf diese hingewiesen. Ein Kommentar zu diesen Beiträgen findet sich unter dem Punkt Medienberichte.
|
26.02.2005 |
In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erscheint ein Artikel über die morgige Solidaritätsdemonstration |
25.02.2005 |
Die Pressemitteilung zur Solidaritätsdemonstration wurde hinzugefügt. |
23.02.2005 |
Unter ‚Solidarität' wurde der Aufruf zu einer Solidaritätsdemo am Sonntag, den 27.02.2005 hinzugefügt. |
21.02.2005 |
Hier der bereits angekündigte Bericht von Iris vom zweiten Hafttag (15.02.2005), in dem sie schildert wie sie zu ihrem veganen Essen kam:
"Heute morgen mußte ich ja wegen meiner B12-Tabletten zum Arzt. Auf dem Weg dorthin (der Arzt ist im geschlossenen Vollzug) fragte ich nochmal nach Essen [...] Das solle der Arzt klären, hieß es. Ich fragte, was der damit zu tun habe, ich bräuchte schließlich keine Krankenkost. Ja, der sei aber für gesonderte Kostformen zuständig. Nach einer ganzen Weile, in der ich im geschlossenen Vollzug in einer Wartezelle eingeschlossen war, wurde ich dann zum Arzt gebracht, der mich aber nur untersuchte. Ich meinte, daß ich wegen meiner Vitamintabletten und wegen der Ernährung da sei, worauf er ziemlich ungehalten reagierte: "Vitaminpräparate sind hier nicht zulässig, die Vitamine nehmen sie über die Nahrung auf." Ich: "Eben nicht. Ich lebe vegan, muß mir also B12 gesondert zuführen, außerdem habe ich hier noch nichts zu essen bekommen." Er: "Das ist ja ihre freie Entscheidung, eine von ihnen selbst gewählte Kostform, es steht ihnen frei, etwas anderes zu essen und die Vitamine so aufzunehmen. Außerdem bin ich für Sonderwünsche nicht zuständig, ich verordne nur Schon- und Krankenkost." Die Tabletten könnte ich jedenfalls nicht wiederbekommen, mir höchstens von meinem Geld welche über den Einkauf besorgen lassen. Ich wurde wieder in die Wartezelle gesperrt.
Auf dem Rückweg in meine Abteilung erklärte ich der zuständigen Beamtin, daß der Arzt nicht zuständig sei, daß ich ein Recht auf irgendwas zu essen hätte, daß ich jetzt schon großen Hunger habe und gerne mit der Küche sprechen wolle. Das ginge nicht, die Küche ist im geschlossenen Vollzug, außerdem in der Männerabteilung. Außerdem würde ich mich ja freiwillig so ernähren, und es würde mir freistehen, das vegetarische Essen zu essen. Die JVA sei groß, es sei nicht möglich, auf jeden Einzelwunsch Rücksicht zu nehmen, zumal schon bestimmte Kostformen berücksichtigt seien (vegetarisch, für Muslime). Ich erklärte, daß ich schon seit 6 Jahren vegan lebe und definitiv nichts anderes essen würde, erzählte von einem Veganer, der 15 Tage im Gefängnis veganes essen bekam, auch Sojamilch aus dem Reformhaus etc., von den Richtlinien in England. "Die gibt es in Deutschland nicht!" Ich meinte, daß man mich trotzdem nicht hungern lassen könne, daß ich alles ja schon ellenlang vorab per Brief erklärt habe. Die Frau schien genervt, meinte aber, sie würde sich wieder bei mir melden. [...] Ach ja: sowohl der Arzt als auch mehrmals die Beamtin meinten, ich könne mir ja von meinem eigenen Geld über den Einkauf Essen mitbringen lassen, was ich entschieden abgelehnt habe. Ich sagte, ich bin hier eingesperrt, ich kann hier nicht auch noch für meine eigenes Essen aufkommen. [...]
Später:
Ich bekomme veganes Essen!!! Eben wurde ich in einen Konferenzraum gebracht, wo der Küchenchef, ein Koch und die Abteilungsleiterin saßen. Sie sagten mir, daß sie so weit wie möglich für meine vegane Ernährung Sorge tragen würden. Und zwar sei das vegetarische Essen oft vegan und wenn nicht, könnten sie es ggfs. so verändern, daß es vegan ist, z.B. eine Sauce weglassen. [...] Ich habe dem Küchenchef meine Tabelle mit veganen Nahrungsquellen gegeben, an der er sich orientieren will. Nudeln verwenden sie immer eifreie, ansonsten gibt es an Getreide Reis, Graupen o.ä. Ich soll auch mal Linsen o.ä. "zur Eiweißversorgung" bekommen! Ansonsten wollen sie mir regelmäßig Rohwaren (Obst, Gemüse) geben, damit ich mir selbst was zubereiten kann. Sogar Sojamilch haben sie mir schon bestellt.
Nachdem das alles geklärt war, erklärte mir der Küchenchef, daß das aber eine absolute Ausnahme sei und ich bloß nicht damit Werbung machen solle. Vegan ginge im Knast nicht, schon gar nicht für eine längere Haftdauer, da der Knast keine Verantwortung für eine ausreichende Nährstoffzufuhr übernehmen könne. Ich meinte, daß das in England sehr wohl praktiziert würde und es da auch spezielle Richtlinien geben würde. "Aber wir sind hier zum Glück in Deutschland!" meinte er noch; hier hätten VeganerInnen einfach keinen Anspruch darauf. [...] Der Abteilungsleiterin war es dann noch ganz wichtig, festzuhalten, daß das Gespräch stattgefunden hat und ich mit den Regelungen einverstanden bin. [...]Eben kam dann auch das Mittagessen [...], das ich sogar ziemlich lecker fand. [...]
Heute gegen 19.00 Uhr wurde ich plötzlich an die Pforte gerufen. Dort stand ein Wagen (so eine Art Einkaufswagen, die es auch im Baumarkt gibt, mit einer großen Ladefläche), vollgepackt mit Kisten, in denen sich Obst, Gemüse, Getreide (Reis, Zartweizen, Graupen, Nudeln), Hülsenfrüchte, Zwieback [...], Sojawürfel (TVP), Sojasauce, Zitronensaft, Pflanzenöl, noch mehr Zuckerrübensirup, Marmelade und ein ganzer Sack voll Brotaufstriche befand. Ich habe mir alles erst mal mitgenommen, obwohl ich ein paar Produktanfragen [...] schreiben werde [auch wegen des Brots in der JVA hat Iris eine gemacht]. [...] Jedenfalls war nichts offensichtlich unveganes dabei, den Einkauf hat wohl der Küchenchef gemacht. Die hatten mich zwar auch gefragt, ob ich kochen kann, aber über die Mengen an Getreide und Hülsenfrüchten (grüne Erbsen, irgendwelche weißen Böhnchen, Kidneybohnen) wundere ich mich jetzt doch [...].
Alles in allem geht es mir jetzt schon sehr viel besser als heute vormittag. Als der Arzt mich so angefahren hatte und meine Bitten, veganes Essen zu bekommen, so abgetan wurden, hab ich mich ziemlich scheiße gefühlt. In dieser Wartezelle war mir dann echt zum Heulen zumute. Jetzt sieht es schon ganz anders aus. [...]
Vorhin habe ich gehört, wie ein paar Frauen [...] sich über mich unterhalten haben: "Die kriegt Obst extra, [...] ... heute hat sie ne ganze Wagenladung Essen bekommen!" [...] - "kein Milch, kein Ei, kein Fisch!" - "Vegan!!!" (Gelächter). Naja, hier wird wohl allgemein viel gelästert, was ich so mitbekommen habe. Als ich heute die Wagenladung Essen bekommen habe, war mir das schon unangenehm. [andere Gefangene hätten z.B. auch gern mehr Obst] [...] Eine Sonderbehandlung ist ja alles andere als das, was ich möchte. Aber es gibt nun mal kein veganes Essen regulär [...] Morgen will ich mal versuchen an B12 zu kommen."
|
20.02.2005 |
Iris hat gestern (an ihrem 6. Hafttag, den 19.02.2005) ihren ersten Besuch im Gefängnis bekommen. Es geht ihr den Umständen entsprechend ganz gut.
Bis Dienstag (15.02.2005) nachmittag hat sie nichts zu essen bekommen, es wurde ihr weiterhin nur (evtl. unveganes) Brot und Rübenkraut angeboten. Doch nachmittags gab es dann eine Art Konferenz u.a. mit der Abteilungsleiterin und dem Küchenchef und seitdem ist endlich eine ausreichende vegane Ernährung sichergestellt. Ihr wird täglich ein veganes Mittagessen zubereitet [nachträgliche Anmerkung: Iris hat auch an diesem Tag ein Mittagessen bekommen, die Konferenz fand doch etwas früher statt als hier beschrieben]. Darüber hinaus hat sie nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Getreide, Bohnen etc. zur Verfügung gestellt bekommen, so dass sie sich zudem noch abends selbst etwas kochen kann. Gestern hat sie für die restliche Haftzeit 8 Liter Sojamilch (2 Liter pro Woche) bekommen und auch ihre B12-Tabletten - die der Arzt ihr am Dienstag nicht gestatten wollte - wurden ihr nun doch ausgehändigt. Was sich hier evtl. leicht anhört, ging leider nicht absolut problemlos über die Bühne. Iris hat die ganzen Probleme in einem Brief ausführlicher geschildert. Demnächst - dieser Brief ist leider noch nicht angekommen - wird hier ein darauf basierender Bericht zu finden sein.
Im Gegensatz zur ersten Nacht findet Iris mittlerweile ausreichenden Schlaf. Tagsüber versucht Iris sich bestmöglichst auf viele bald anstehende Klausuren vorzubereiten. Ihr Zimmer ist, wie die anderen in der JVA, recht schlecht geheizt, so dass sie öfter in den Aufenthaltsraum geht (zudem ist nur dort das Essen gestattet). Die meisten Mitgefangenen, die sie u.a. dort trifft, reden immer nett mit ihr. Das Außengelände des ‚offenen Vollzugs' eignet sich wohl nicht sehr dafür herumzulaufen bzw. frau fühlt sich ständig beobachtet. Am Mittwoch hat Iris gleich 6 Briefe erhalten, über die sie sich sehr gefreut hat.
Aber Briefe der Solidarität haben nicht nur für Iris eine Bedeutung. So wie andere Gefangene gesehen haben, dass Iris überdurchschnittlich viel Post bekommt, registriert dies auch die JVA. Es wird so zusehends noch schwieriger, sie als eine ganz gewöhnliche Gefangene anzusehen und ihrer Kategorisierung als ‚Diebin' - und einhergehend damit, dem den nichtmenschlichen Tieren zugewiesenen Status als Eigentum - wird weiter etwas entgegengesetzt.
In diesem Sinn ist für kommenden Sonntag eine Solidaritätsdemonstration vor der JVA geplant, Details dazu folgen in den nächsten Tagen.
Aufgrund dessen, dass - so wie es aussieht - der Veganismus von Iris in der JVA berücksichtigt wird, wird der bisherige Punkt 3 unter 'Solidarität' von der Website genommen)
|
| 17.02.2005 |
Leider hat Iris derzeit noch keine andere Möglichkeit mit "draußen" zu kommunizieren, als per Briefpost. Am Haftantrittstag wurde ihr zwar ein kurzes Telefonat gestattet, aber sie konnte nur mitteilen, dass sie im ‚offenen Vollzug' untergebracht ist und das ihr eine 5-Euro-Telefonkarte beim ersten Besuch mitgebracht werden sollte (erst dann wird sie auch mal telefonieren können, ihr gesamtes Geld wurde ihr abgenommen).
Am Samstag wird sie erstmals besucht werden, so dass dann die Informationen aus dem Gefängnis nicht mehr verzögert eintreffen sollten.
Hier nun ein - mit Zitaten aus einem Brief von Iris durchsetzter - Bericht vom ersten Hafttag (14.02.2005):
Iris musste erst mal eine "Reise" durch verschiedene Teile und Räumlichkeiten des ‚geschlossenen Vollzugs' - zwischendurch immer wieder mal in Warteräume gesperrt - antreten, u.a. gab es eine ärztliche Untersuchung. Sie musste sich komplett ausziehen, selbst die Socken wurden auf links gedreht. Es wurde ihr schon ziemlich bald gesagt, dass sie, da sie kein Drogenproblem (inkl. Alkohol) habe, in den ‚offenen Vollzug' kommen würde. Da Iris damit gerechnet hatte erst mal in den ‚geschlossenen Vollzug' zu kommen - so die vorherige Auskunft der JVA -, war sie schon mal beruhigter bzgl. dem was sie noch erwartet.
Bereits hier merkte Iris, dass ihr Brief an die JVA offensichtlich gelesen worden war und Beachtung gefunden hatte. "Da ist doch nichts vom Schaf drin, das ist doch vom Strauch - Baumwolle" hieß es, als die Beamtin, die sie bis dahin begleitet hatte, mit dem ‚offenen Vollzug' telefonierte.
Iris wurde in einem Kleinbus dann zum ‚offenen Vollzug' gefahren. Dort wurde sie gleich gefragt, ob sie schon etwas gegessen hätte. "Ich meinte, nein, nur gefrühstückt und sagte, daß ich vegan lebe (was der Beamte aber schon wußte). Er meinte, daß Brot und ‚jede Menge Rübenkraut' da wäre, aber auf dem Brot war keine Zutatenliste o.ä. Also habe ich hier heute nichts gegessen." Dann wurde ihr Rucksack ausgepackt und untersucht, abgenommen wurden ihr u.a. neben ihrem Geld auch ihre B12-Tabletten. Bzgl. der Mitnahme der B12-Tabletten sollte der Arzt am nächsten Tag entscheiden. Anscheinend konnte Iris ihre Seife, Zahnpasta, usw. behalten. Dann bekam sie zwei Decken aus Polyacrl und Baumwolle, Bettbezüge, Besteck und den Zellenschlüssel: "Mein Zimmer hier ist auch nicht viel unkomfortabler als das im Studiwohnheim. Dusche und Klo habe ich in einem eigenen kleinen Bad, welch ein Luxus im Vergleich zum Wohnheim! ;-)". In ihrer Zelle "warteten" übrigens schon 3 Bücher u.a. "Das Heilsgeheimnis der Engel - Himmlische Botschaften für Krankheit und Not". Dennoch - Achtung: Ironie - hat Iris keine so tolle erste Nacht verbracht, ist dauernd nachts aufgewacht.
Beim so genannten Erstgespräch hat Iris "auch nach dem Essen gefragt und die Problematik bei Brot erklärt und auch gesagt, daß [sie] nicht irgendetwas esse, sondern vorher klären möchte was in der Küche unter vegan verstanden wird". Denn hier hieß es, wie auch schon zuvor, dass die Küche schon Bescheid wisse. Mittlerweile sollte Iris - die noch mal erläuterte was sie als Veganerin isst - dies direkt "mit der Küche" geklärt haben. Von zwei Mitgefangenen hat Iris dann später erfahren, dass es in der JVA die Option eines vegetarischen Essens gibt [welches für Iris - die jede Tierausbeutung ablehnt - selbstverständlich keine Option ist], allerdings würde auf "Sonderwünsche" (gemeint waren damit Allergien bzw. schlechte Verträglichkeit) keine Rücksicht genommen. Leider ist uns derzeit noch nicht bekannt, ob wirklich für ein adäquates veganes Essen gesorgt ist oder ob dies doch als ein "Sonderwunsch" von Iris abgetan wird.
Am ersten Tag hat Iris schon einige Gespräche bzgl. dem Grund ihrer Haft geführt. Eine Beamtin interessierte sich z.B. für die Motivation vegan zu leben, ein anderer fragte danach wieviel Tiere Iris rausgeholt hatte und meinte: "Na dann hat es sich ja wenigstens gelohnt".
Mit zwei Mitgefangenen ergab sich ein etwas längeres Gespräch. In dem Gesprächsverlauf fragten sie Iris, für was sie denn 30 Tage im Gefängnis sei. "Da bist Du mir sehr sympathisch! Wenn es um Tiere geht, bist Du mir sehr sympathisch! Ich habe nämlich auch einen Hund aus ..." (irgendein Land, von wo aus oft so genannte Straßenhunde nach Deutschland gebracht werden) war die Reaktion einer der beiden Frauen. "Ich meinte: ‚Naja, Du hast doch auch gerade Wurst gegessen!' Daraufhin legten beide los: ‚Das ist doch was ganz anderes! Das hat doch damit nichts zu tun! Wenn Du kein Fleisch ißt, schadest Du deiner eigenen Gesundheit!' [...] Die eine Frau habe schon zwei Herzinfarkte gehabt, sie könne sich gar nicht ‚so' ernähren, bei der anderen Frau sei die zweite Frau ihres Vaters Veganerin gewesen und an Leukämie gestorben [...] und der Arzt hätte gemeint, wenn sie sich nicht ‚veganisch' ernährt hätte, hätte sie das gar nicht bekommen. Mich ließen sie gar nicht mehr zu Wort kommen. Daß ich schon 6 Jahre vegan lebe und davor 10 Jahre vegetarisch lebe, daß es jede Menge Studien und Bücher darüber gibt, auch daß ich Ernährungswissenschaften [genauer: Oecotrophologie] studiere, zählte alles nicht, sie wüßten es besser. Mensch brauche‚ ‚die Eiweiße', und Hülsenfrüchte vertrage ja nicht jeder usw. ‚Aber trotzdem mit den Tieren bist Du mir sehr sympathisch!' Sie habe mich auch schon im Fernsehen gesehen, ich wäre ihr auch gleich so bekannt vorgekommen." Eine typische Reaktion einer Tierfreundin (bzw. von zwei Tierfreundinnen): TierfreundInnen, die Tierbefreiungen als anheimelnde Tiergeschichten durchaus mögen (können), die jedoch nicht dazu bereit sind, die nichtmenschlichen Individuen zu befreien, die ihrem eigenen Konsum zum Opfer fallen. Iris hat - abgesehen davon, weshalb und wofür sie im Gefängnis ist - am ersten Tag in der JVA das gemacht, was sie auch draußen macht: Sie hat sich weiter für die Opfer des Speziesismus eingesetzt.
|
14.02.2005 |
Iris hat heute um 14.15 Uhr die Haft angetreten. Sie ist im 'Offenen Vollzug' untergebracht worden.
Gestern hat Iris dem Dortmunder Lokalradio 'Radio 91.2' ein Interview gegeben. Heute nachmittag wurde ein ca. 2-minütiger Beitrag ausgestrahlt. Ein Kommentar zu diesem Beitrag findet sich unter dem Punkt Medienberichte.
|
11.02.2005 |
In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erscheint ein Artikel zum Haftantritt |
| 09.02.2005 |
Die Website geht online |
|